Gesichtsfeld

Das Gesichtsfeld ist definiert als die Gesamtheit aller Punkte im Raum, die bei unbewegtem Kopf und Primärstellung der Augen gleichzeitig wahrgenommen werden können. Voneinander zu unterscheiden sind das monokulare Gesichtsfeld (mit dem einzelnen Auge) und das binokulare Gesichtsfeld (Summe der monokularen Gesichtsfelder beider Augen). Das Gesichtsfeld darf indes nicht mit dem Blickfeld verwechselt werden, das eine Bewegung der Augen impliziert. 
 
Das Gesichtsfeld spielt im täglichen Leben eine wesentliche Rolle, so ist es zum Beispiel im Straßenverkehr, im Sport und im Beruf genauso wichtig wie eine optimale Sehschärfe. Ein übliches Gesichtsfeld beim Menschen hat eine Ausdehnung von etwa 100 Grad zur Schläfe hin und von 60 Grad nach oben bis 70 Grad nach unten (siehe Abbildung: links ein normales Gesichtsfeld, rechts eines mit Einschränkungen). Als zentrales Gesichtsfeld wird der Bereich bis 20 Grad Ausdehnung bezeichnet. 
 

Regelmäßig das zentrale Gesichtsfeld prüfen lassen

 
Der größte Teil des Sehens spielt sich in diesem zentralen Gesichtsfeld ab, doch in vielen Situation ist auch das Erfassen der Umwelt – also den Bereichen jenseits des zentralen Gesichtsfeldes – von immenser Bedeutung. Ausfälle des Gesichtsfeldes werden von den Betroffenen oft zunächst nicht bemerkt, hier gibt nur eine Testung Hinweise, die wiederum auf eine Erkrankung schließen lassen. Vor allem Diabetespatienten und Personen, die an Erkrankungen der Netzhaut leiden, sollten regelmäßig ihr zentrales Gesichtsfeld prüfen lassen, um frühzeitig auf Verschlechterungen des Sehens aufmerksam zu werden. So können die erforderlichen ärztlichen Behandlungen frühzeitig eingeleitet werden. Beispielsweise ist die Behandlung eines Glaukoms, das zu Gesichtsfeldausfällen führen kann, nur effektiv möglich, wenn es frühzeitig erkannt wird. Der Optometrist kann das Gesichtsfeld mit einem automatischen Perimeter schnell und genau prüfen.
 
Dabei werden in dem Messgerät an verschiedenen Stellen Lichtpunkte unterschiedlicher Helligkeit präsentiert. Immer wenn der Beobachter einen dieser Lichtpunkte sieht, zeigt er dies durch einen Knopfdruck an. Letztlich wird auf diese Weise der minimale wahrgenommene Kontrast zwischen dem Lichtpunkt und seinem Umfeld gemessen, daraus errechnet der Computer die Lichtunterschiedsempfindlichkeit – und mit diesem Resultat kann der Optometrist das Gesichtsfeld bestimmen.