Glaukom / Grüner Star

Glaukom ist der Sammelbegriff für Augenkrankheiten, bei denen Netzhaut und Sehnerv Schaden nehmen, oftmals (aber nicht zwangsläufig) ausgelöst von einem erhöhten Augeninnendruck. Der Sehnerv ist für das Sehen von entscheidender Bedeutung, er verbindet die Netzhaut mit dem Gehirn. Das Glaukom wird auch „Grüner Star“ genannt. Schon im 8. Jahrhundert bezeichnete man eine Trübung der Augenlinse als Star, das Grün geht auf das altgriechische Wort „Glaukom“ zurück. 
 
Da in den meisten Fällen wie erwähnt ein zu hoher Augeninnendruck für die Entstehung eines Glaukoms verantwortlich ist, wird dessen Messung beim Screening durch den Optometristen eine besondere Rolle zuteil. Jedoch ist ein hoher Druck im Inneren des Auges nicht mit einem Glaukom gleichzusetzen und keinesfalls alleine entscheidend dafür, ob die Erkrankung vorliegt oder nicht. Es gibt auch Glaukome, die unter „normalen“ Druckverhältnissen zustande kommen. 
 

Eminent wichtig, die Krankheit früh zu erkennen

Besonders gefährdet sind Menschen, bei denen in der Verwandtschaft bereits Glaukome aufgetreten sind. Zudem gehören Menschen mit starken Fehlsichtigkeiten (besonders Kurzsichtigkeit), Diabetespatienten und ältere Leute sowie Menschen mit erhöhtem Blutdruck zur Risikogruppe. Wie bei vielen anderen Augenkrankheiten ist es auch beim Glaukom eminent wichtig, die Krankheit früh zu erkennen, um irreparablen Schaden vorzubeugen. Weil sich zudem ein Glaukom zunächst nicht bemerkbar macht – oft erst dann, wenn es für eine erfolgversprechende Therapie zu spät ist – ist es ratsam, sich regelmäßig auf Auffälligkeiten prüfen zu lassen. Bei einem entsprechenden Verdachtsfall wird der Optometrist seinen Kunden direkt an einen Augenarzt verweisen. 
 
Wie gesagt, der Augeninnendruck ist nicht die einzige relevante Größe, an der ein erhöhtes Risiko einer Glaukom-Erkrankung festgemacht werden kann. Deswegen wird der Optometrist im Rahmen eines Screenings für einen Grünen Star mehrere Messungen und Tests vornehmen. Eine mögliche und wünschenswerte Vorgehensweise beschreiben die Arbeits- und Richtlinien für Augenoptik und Optometrie des Zentralverbandes der Augenoptiker und Optometristen. Danach wird unter anderem nach der Anamnese und der Befragung zur familiären Disposition eine Visusbestimmung durchgeführt. Im Anschluss daran prüft der Optometrist den vorderen Augenabschnitt mittels eines Spaltlampenmikroskopes, betrachtet die Papille (Sehnervaustritt) und gegebenenfalls den hinteren Augenabschnitt. Zudem wird natürlich der Augeninnendruck gemessen, an die sich die Messungen des Gesichtsfeldes (Perimetrie) und der Hornhautdicke anschließen.