Geschichte der Optometrie

Die Geschichte der Optometrie in Deutschland ist gewiss nicht so lang wie es die Zukunft dieser Gesundheitsdienstleistung sein wird. Den Begriff der Optometrie gibt es bereits seit dem Beginn des 17. Jahrhunderts als der Jesuitenpriester Christoph Schreiner das erste bekannte Optometer entwickelte, das zur Bestimmung von Sehfehlern eingesetzt wurde. Ihren eigentlichen Anfang nahm die Optometrie dann gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den USA. So schlossen sich dort 1898 die „refracting opticians“ zur heutigen American Optometric Association (AOA) zusammen; wie der Name es schon sagt, waren sie nichts anderes als refraktionierende Augenoptiker.
Refraktion bezeichnet stark vereinfacht ausgedrückt die Brillenglasbestimmung, ein refraktionierender Augenoptiker („refracting optician“ ) war also der Fachmann, der für die Messung der Fehlsichtigkeiten verantwortlich war.

Die ersten Optometristen

Fünf Jahre nach der Gründung der AOA nannten sich deren Mitglieder dann Optometristen, die Trennung von den handwerklich tätigen „dispensing opticians“ war ein Jahr später 1904 auch offiziell namentlich vollzogen. Eine Trennung, die es in Deutschlan bis heute nicht in dieser Art gibt, weil die Augenoptik seit jeher dem Handwerk zugeordnet ist; auch wenn sich die Inhalte der Berufsaus- und Weiterbildung vom Handwerk in Richtung Optometrie entwickelt haben. 

1910 startete an der Columbia University in New York der erste universitäre Studiengang in der Optometrie, 1915 erweiterte die Ohio State University die Ausbildung von zwei auf vier Jahre, fortan schlossen die Studenten mit dem „Bachelor of Science“, also mit einem akademischen Grad ab. 1923 startete das Pennsylvania College of Optometry mit dem ersten US-amerikanischen-Studiengang zum Doctor of Optometry (OD); zwischen 1950 und 1970 führten alle amerikanischen Hochschulen mit einem Optometrie-Programm den Doctor of Optometry (O.D.) als berufsqualifizierenden Abschluss ein; es handelt sich hierbei um ein Berufsdoktorat. Den ersten wissenschaftlichen Doktorgrad (PhD) für Optometristen vergab 1955 die Indiana University; dieselbe Universität vergab bereits 1953 zum ersten Mal den „Master of Science“. 

Dennoch bleibt es dabei: Die seit Anfang des 20. Jahrhunderts benutzte Bezeichnung Optometrist ist keine neue Disziplin und auch kein neuer Berufsstand, sie gibt dem Sehhilfen bestimmenden und anpassenden Augenoptiker aber einen anderen Namen in Abgrenzung zur handwerklichen Fertigung beispielsweise von Brillen.